Zwischen 2012 und 2018 ist die FINMA fast gar nicht gewachsen. Nach einem kleinen Schub 2018 blieb sie wiederum ein paar Jahre stabil und seit 2022 wächst sie wieder.

Quelle: Eigene Berechnungen
Tempo und Zeitpunkt des Kostenwachstums sind durch neue Aufgaben, neue Themen und neue Methoden gegeben. So beispielsweise, da die FINMA 10'000 Versicherungsvermittler zu überwachen hat oder Cyberrisiken markant zunehmen. Zudem wird sie vermehrt eigene Vor-Ort-Kontrollen vornehmen und zugleich Abhängigkeit von und Kosten für externe Prüfgesellschaften reduzieren sowie ihre Mitarbeitenden – wo zweckmässig – mit digitalen Instrumenten unterstützen.
Wichtig hierbei ist, dass die FINMA eine schlanke Behörde bleibt. Die absolute Obergrenze des ständigen Personalbestandes soll langfristig im dreistelligen Bereich liegen – selbst wenn die FINMA als Behörde sämtliche zusätzlichen Befugnisse bekommen, welche heute als Eckwerte des Bundesrates zur Revision der Bankengesetzgebung im politischen Gespräch sind.
Der Gesamtaufwand der FINMA betrug 172 Mio Franken im Jahre 2025, was einer Zunahme von 18 Mio Franken entspricht. Sie werden ausschliesslich durch Abgaben der Beaufsichtigten gedeckt, und nicht durch den Steuerzahler.
Die FINMA hat sich zum Ziel gesetzt, die Wirksamkeit ihrer Aufsicht weiter zu stärken und so die Gläubigerinnen und Gläubiger, der Anlegerinnen und Anleger, der Versicherten sowie die Funktionsfähigkeit der Finanzmärkte noch effektiver zu schützen. Dazu muss sich die FINMA weiterentwickeln – sowohl organisatorisch als auch in ihrer Ressourcenausstattung und Aufsichtsmethoden.
Die FINMA ist bereits in den vergangenen Jahren aufgrund zusätzlicher Aufgaben und neuen Herausforderungen, die aus einer sich wandelnden Finanzwelt und steigenden Risiken für den Finanzplatz resultieren, gewachsen. Diese Herausforderungen nehmen weiter zu und werden mit der derzeit in Umsetzung befindlichen vorbeugenden und vertieften Aufsicht künftig noch wirksamer adressiert werden.
Auch wenn die FINMA wächst, bleibt sie dabei im Verhältnis zur Grösse und Bedeutung des Schweizer Finanzplatzes weiterhin schlank aufgestellt und erhöht ihre Effizienz, indem sie die interne Zusammenarbeit stärkt, vermehrt datenbasierte Aufsicht einsetzt und die Digitalisierung inklusive des Einsatzes von künstlicher Intelligenz weiter vorantreibt. Zudem durchleuchtet die Behörde ihre Interaktionen mit den Beaufsichtigten verstärkt nach Möglichkeiten zur Vereinfachung und Effizienzsteigerung.
Setzt man in einem zugegebenermassen etwas groben Vergleich die Anzahl Mitarbeitenden der untersuchten Aufsichtsbehörden in Relation zur Bruttowertschöpfung des Finanzsektors des jeweiligen Landes, so ergeben sich für 2024 Werte von rund 24 Mio Franken pro FTE (Luxembourg) bis hin zu 120 Mio Franken pro FTE (Schweiz). In der Mitte findet man zum Beispiel Kanada mit 86 Mio Franken oder die UK mit 40 Mio Franken pro FTE. Die Aufsichtsintensität in der Schweiz, also die Wertschöpfung des Finanzplatzes pro Mitarbeitenden in der Aufsicht, ist somit um einiges höher als an anderen Finanzplätzen (die USA ist in diesem Vergleich nicht inkludiert, da die Markt- und Aufsichtsstruktur einen Vergleich mit anderen Jurisdiktionen stark erschwert, und die Banken und Versicherung Aufsicht zusätzlich auf Ebene der 50 Staaten stattfindet).
Schon vor einigen Jahren hat die FINMA die Kosten, welche sie jährlich für die Dienste externer Prüfgesellschaften aufwendet, um 30% gesenkt. Diese Ersparnisse wurden nur zum Teil reinvestiert. Aktuell ist die FINMA daran, das Prüfwesen zu modernisieren mit dem Ziel, für das Prüfjahr 2026, d.h. mit Effekt 2027, weitere 10% einzusparen und danach die Prüfgesellschaften noch gezielter und effizienter auf die wesentlichen Risiken anzusetzen.
Es lohnt sich, die Kosten, welche die FINMA bei ihren Beaufsichtigten verursacht, in einen Kontext zu setzen. So profitieren einerseits die Beaufsichtigten selbst direkt von einer effektiven Aufsicht, bspw. durch Stärkung des Vertrauens in das Institut oder durch eine allgemein bessere Reputation des Schweizer Finanzplatzes. Andererseits profitieren insb. die Volkswirtschaft und die breite Öffentlichkeit, namentlich die Steuerzahlenden, vom Schutz der Funktionsfähigkeit und Integrität der Finanzmärkte und derjenigen, die ihr Geld den Instituten anvertrauen.
Um einen Eindruck vom Kostenverhältnis für die Beaufsichtigten zu erhalten, können zum Beispiel die direkten Aufsichtskosten der beaufsichtigten Banken ins Verhältnis zu deren gesamten Aufwendungen für Personal- und Sachaufwand gesetzt werden. Letzterer betrug aus laut SNB für die "Banken in der Schweiz* im Jahr 2024 rund 62.5 Mia. Franken (Perspektive Konzern). Die Aufsichtsabgaben und Gebühren, die im Jahr 2024 von Banken getragen wurden, betrugen rund 75 Mio. Franken, also etwa 0.12% des Personal- und Sachaufwandes des Bankensektors. Mit anderen Worten beliefen sich die direkten Kosten für die Aufsicht im Schnitt auf rund einen Tausendstel der Gesamtkosten der Banken.
Die Nutzenseite für die Beaufsichtigten und die Gesellschaft sind schwieriger zu quantifizieren. Jedoch ist davon auszugehen, dass Reputationseffekte, stabile Finanzmärkte mit der damit einhergehenden Eindämmung von systemischen Risiken die Kosten der Aufsicht substanziell übertreffen dürften und stark zur Wettbewerbsfähigkeit des Schweizer Finanzsektors beitragen.
Mit anderen Worten sind funktionierende und stabile Finanzmärkte von sehr hohem Wert für die gesamte Schweizer Volkswirtschaft und Gesellschaft. Eine unabhängige und effektive Aufsicht trägt hierzu massgeblich bei. Genau wie eine starke unabhängige Notenbank für niedrige Inflation und nachhaltiges Wachstum sorgt, so ist bei einer starken und unabhängigen Aufsicht das Risiko und Ausmass von Finanz und Banken Krisen reduziert (Studien). Dies wiederum ist die Basis für nachhaltiges Wachstum und Wettbewerbsfähigkeit.
Trotz der relativ geringen Kosten im Verhältnis zum Nutzen ist es die Verantwortung der FINMA, die Belastung für die Beaufsichtigten so niedrig wie möglich zu halten.
Die Aufgaben der FINMA sind in den letzten paar Jahren stark gewachsen. Im Vermögensverwaltungsbereich hat der Gesetzgeber die FINMA auch mit gewissen Aufgaben betreffend Vermögensverwalter (UVV) und Trustees betraut hat. Die FINMA setzt den Auftrag des Gesetzgebers um, UVV zu bewilligen und intensiver als bisher – d.h. nicht nur unter Geldwäschereibekämpfungs-, sondern neu auch unter Anlegerschutzgesichtspunkten - zu beaufsichtigen. Mehr Schutz für Anlegerinnen und Anleger bedeutet auch mehr Aufsicht - und damit höhere Kosten.
Die Versicherungsvermittler in der Schweiz wurden mit Inkrafttreten des revidierten Versicherungsaufsichtsgesetzes (VAG) und der revidierten Aufsichtsverordnung (AVO) 2024 der direkten Aufsicht der FINMA unterstellt. Sie beaufsichtigt damit ungebundene Versicherungsvermittlerinnen und -vermittler direkt und gebundene Versicherungsvermittlerinnen und -vermittler indirekt. Insbesondere für ungebundene Vermittler gelten seit diesem Zeitpunkt strengere Registrierungs- und Prüfpflichten. Für die FINMA hat sich damit das Aufsichtsvolumen schlagartig um 11'000 neu zu bewilligende und beaufsichtigende Personen und Institute erhöht. Durch diese neue Aufsichtstätigkeit wurden etwa 1000 nicht qualifizierte Vermittler aus dem Verkehr gezogen.