Versicherungstechnische Rückstellungen

Versicherungsunternehmen müssen für die eingegangenen vertraglichen Verpflichtungen Rückstellungen bilden. Die FINMA macht diesbezüglich Vorschriften, deren Einhaltung jährlich überprüft wird.

Ergänzend zum Versicherungsaufsichtsgesetz und zur Aufsichtsverordnung regeln FINMA-Rundschreiben die Einzelheiten bezüglich Art und Umfang der Rückstellungen in den einzelnen Versicherungssparten:

Lebensversicherungen

Die Bildung und Auflösung der Rückstellungen in der Lebensversicherung sind in FINMA-RS 2008/43 «Versicherungstechnische Rückstellungen in der Lebensversicherung» geregelt.

2008/43 FINMA-Rundschreiben "Rückstellungen Lebensversicherung" (20.11.2008)

Versicherungstechnische Rückstellungen in der Lebensversicherung

Zuletzt geändert: 11.12.2015 Grösse: 0,12  MB
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Schadenversicherungen

Die Bildung und Auflösung der Rückstellungen in der Schadenversicherung sind im FINMA-Rundschreiben 2008/42 «Versicherungstechnische Rückstellungen in der Schadenversicherung» geregelt.

Schadenversicherungsunternehmen haben vier Arten von Rückstellungen zu bilden:

  • Schadenrückstellungen für gemeldete, aber noch nicht ausbezahlte Schäden.

  • IBNR-Rückstellungen (incurred but not reported) für bereits eingetretene, aber noch nicht oder nicht ausreichend gemeldete Schäden.

  • Sicherheits- und Schwankungsrückstellungen, weil die Schadenrückstellungen naturgemäss nie genau zu bestimmen sind und Zufallsschwankungen unterliegen.

  • Prämienüberträge (einbezahlte Prämien, die einer nächsten Zeitperiode zuzurechnen sind.

2008/42 FINMA-Rundschreiben "Rückstellungen Schadenversicherung" (20.11.2008)

Versicherungstechnische Rückstellungen in der Schadenversicherung

Zuletzt geändert: 03.12.2015 Grösse: 0,11  MB
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Krankenversicherungen

Die Bildung und Auflösung der Rückstellungen in der Krankenzusatzversicherung sind im FINMA-Rundschreiben 2010/3 «Zusatzversicherung zur sozialen Krankenversicherung und Spezialfragen der privaten Krankenversicherung» geregelt. Neben den Vorschriften zur Bildung und Verwendung der Rückstellungen sowie zu den zulässigen Finanzierungsmodellen legt dieses Rundschreiben auch die Vorgehensweise der FINMA zur Genehmigung der vorlagepflichtigen Krankenzusatzversicherungsprämien fest.

Wer die Krankenzusatzversicherung betreibt, muss grundsätzlich folgende Kategorien von Rückstellungen bilden:

  • Schadenrückstellungen für unerledigte Schadenfälle

  • Rückstellungen für noch nicht gemeldete Schadenfälle

  • Rückstellungen für eventuelle zukünftige Schadenaufwendungen der per Stichtag bereits erledigten Schadenfälle

  • Alterungsrückstellungen, um die Folgen einer Alterung des Versichertenbestands finanzieren zu können.

  • Schwankungsrückstellungen zur Finanzierung ungünstiger Ergebnisse in der Schadenabwicklung oder zum Ausgleich der Volatilität und damit zum zeitlichen Ausgleich der technischen Ergebnisse

  • Übrige technische Rückstellungen z.B. für drohende Verluste durch Antiselektion

  • Rückstellungen für allgemeine Risiken aus dem Versicherungsbetrieb

2010/03 FINMA-Rundschreiben "Krankenversicherung nach VVG" (18.03.2010)

Zusatzversicherung zur sozialen Krankenversicherung und Spezialfragen der privaten Krankenversicherung

Zuletzt geändert: 11.12.2015 Grösse: 0,16  MB
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Rückversicherungen

Die Bildung und Auflösung der Rückstellungen in der Rückversicherung sind im FINMA-RS 2011/3 «Versicherungstechnische Rückstellungen in der Rückversicherung» geregelt. Für Rückversicherungs-Captives, die keine komplexe Risikostruktur aufweisen, gelten Erleichterungen.

2011/03 FINMA-Rundschreiben "Rückstellungen Rückversicherung" (30.06.2011)

Versicherungstechnische Rückstellungen in der Rückversicherung

Zuletzt geändert: 03.12.2015 Grösse: 0,17  MB
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Aufsichtstätigkeiten der FINMA

Die Überprüfung, ob alle Vorschriften bezüglich der versicherungstechnischen Rückstellungen eingehalten worden sind, erfolgt primär anhand eines Berichts, den der verantwortliche Aktuar des Schadenversicherers jährlich zuhanden der FINMA erstellt.

Von sich aus stellt die FINMA zusätzliche Untersuchungen an, wenn sie dies aufgrund ökonomischer oder anderer Umstände für angezeigt hält. Bei Bedarf kann sie auch eine Vor-Ort-Kontrolle veranlassen.