Übersicht über die verschiedenen Bewilligungsformen

Die FINMA kennt vier Bewilligungsformen: Bewilligung, Anerkennung, Genehmigung und Registrierung. Diese Zulassungen werden unterschiedlich stark überwacht.

Will jemand Gelder von Anlegern entgegennehmen, Versicherungspolicen zeichnen oder Fonds auflegen, braucht er dafür eine Zulassung zum Finanzmarkt. Das Etikett «bewilligt von der FINMA» erhält nur, wer die gesetzlichen Anforderungen erfüllt. Und: Nicht jede Bewilligungsform zieht die gleich strenge Überwachung der FINMA nach sich.

Bewilligung

Die Bewilligung für eine Tätigkeit im Finanzmarkt ist die häufigste Art der Erlaubnis, die von der FINMA vergeben wird. Banken, Versicherungen, kollektive Kapitalanlagen und Finanzmarktinfrastrukturen müssen hohe Anforderungen in organisatorischer, finanzieller und risikominimierender Hinsicht erfüllen und werden von der FINMA prudenziell überwacht.

Bewilligt werden auch Vertriebsträger nach KAG und Vertreter ausländischer kollektiver Kapitalanlagen. Vertriebsträger unterstehen jedoch keiner laufenden staatlichen Überwachung.

Einer Bewilligungspflicht unterliegen auch die direkt der FINMA unterstellten Finanzintermediäre (DUFI). Bei diesen wird anschliessend nur überwacht, ob sie die Sorgfaltspflichten zur Vermeidung von Geldwäscherei einhalten. Konkret geht es darum zu prüfen, ob der DUFI die notwendigen Vorkehrungen zur Verhinderung von Geldwäscherei getroffen hat.

Anerkennung

Eine weitere Bewilligungsform ist die Anerkennung. So erteilt die FINMA die Anerkennung für Selbstregulierungsorganisationen (SRO) und Ratingagenturen. Letztere überwacht die FINMA nicht.

Genehmigung

In wenigen Finanzmarktbereichen genehmigt die FINMA auch Produkte und Tarife. Die Produkte der kollektiven Kapitalanlagen, der beruflichen Vorsorge und der Krankenzusatzversicherungen werden von der FINMA genehmigt. Im Versicherungsbereich überprüft die FINMA im Rahmen einer sogenannt «präventiven Produktekontrolle» Allgemeine Versicherungsbedingungen (AVB) und Tarife. Kollektive Kapitalanlagen werden dann genehmigt, wenn deren massgebenden Dokumente die gesetzlichen Bestimmungen nach Kollektivanlagengesetz erfüllen. Tarife genehmigt die FINMA lediglich in der Krankenzusatzversicherung und in der beruflichen Vorsorge. Bei der Elementarschadenversicherung prüft und genehmigt die FINMA zudem den von der Branche erarbeiteten Einheitstarif.

Registrierung

Die FINMA führt ein Register von zugelassenen Versicherungsvermittlern. Auch der Eintrag ins Register ist an bestimmte Voraussetzungen geknüpft. Nach der Registrierung übt die FINMA allerdings keine laufende Aufsicht aus.

Übersicht über die verschiedenen Bewilligungsformen und die Überwachungsintensitäten

Bewilligungsformen