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Transparenzbericht private berufliche Vorsorge: Rückgang der Erträge

Die Kapitalanlageerträge der privaten Schweizer Lebensversicherer im Bereich der beruflichen Vorsorge sind im Jahr 2017 um 20 Prozent auf knapp vier Milliarden Franken zurückgegangen. Ursache dafür sind die tiefen Zinsen. Auch das Prämienvolumen sank gegenüber dem Vorjahr, nämlich um vier Prozent und beträgt nun 22 Milliarden Franken. Dies zeigt die gesunkene Kapazität und Bereitschaft der Lebensversicherer, Neugeschäft in der Vollversicherung zu zeichnen.
Die acht aktiv in der beruflichen Alters-, Hinterlassenen- und Invalidenvorsorge tätigen und von der Eidgenössischen Finanzmarktaufsicht FINMA beaufsichtigten Lebensversicherer verwalten rund einen Fünftel aller Vorsorgegelder in der Schweiz (2016 von 1030 Milliarden Franken, Stand Ende 2016). Sie versichern fast die Hälfte der 4,1 Millionen aktiven Versicherten und bedienen knapp einen Viertel der 1,1 Millionen Rentner (Stand Ende 2016).

Kleineres Prämienvolumen, weniger vollversicherte Arbeitnehmer

2017 ging das Prämienvolumen bei den Lebensversichern um vier Prozent auf 22 Milliarden Franken zurück. Auch die Zahl der in der Vollversicherung rückgedeckten Arbeitnehmer hat sich um drei Prozent auf 1,18 Millionen Versicherte vermindert. Vom gesamten Prämienvolumen entfallen rund drei Milliarden Franken auf Risiko- und Kostenprämien. Diese sind um zwei Prozent tiefer ausgefallen gegenüber dem Vorjahr. Die Lebensversicherer erwirtschafteten damit total Erträge im Spar-, Risiko- und Kostenprozess von sieben Milliarden Franken. Das sind fast 13 Prozent weniger als 2016. Das gesunkene Prämienvolumen zeigt, dass die Lebensversicherer das Neugeschäft in der Vollversicherung immer stärker beschränken. Kein Lebensversicherer bot zusätzliche Kapazität an und neue Anbieter gab es seit über zehn Jahren keine. Die Hauptursache dürfte in der ungenügenden Entschädigung für das notwendige Kapital zur Absicherung der Leistungsversprechen liegen.

92,1 Prozent der Erträge flossen an die Versicherten zurück

Die in der beruflichen Vorsorge tätigen privaten Lebensversicherer erwirtschafteten 2017 insgesamt Erträge in der Höhe von sieben Milliarden Franken, also 12,6 Prozent weniger als 2016. In Form von Versicherungsleistungen, Erhöhungen der technischen Rückstellungen und Überschussbeteiligungen flossen diese zu 92,1 Prozent an die Versicherten zurück. Die gesetzlich vorgeschriebene Mindestquote liegt bei 90 Prozent (siehe auch Faktenblatt zur Mindestquote). Die technischen Rückstellungen wurden 2017 um 0,6 Milliarden Franken verstärkt, 61,6 Prozent weniger als 2016.

Betriebsergebnis sank

Die Lebensversicherer verzeichneten auch 2017 ein positives Betriebsergebnis in der beruflichen Vorsorge. Es lag bei insgesamt 554 Millionen Franken, acht Prozent tiefer als 2016. Da in der gleichen Periode die Bilanzsumme wuchs, verschlechterte sich insgesamt die Entschädigung für das eingegangene unternehmerische Risiko. Die Folge ist, dass die Anbieter ihre Kapazitäten beschränken.

Rückläufige Anlageergebnisse

Die privaten Lebensversicherer erwirtschafteten 2017 ein Anlageergebnis von 2,0 Prozent. Damit sind die Buchrenditen zum dritten aufeinanderfolgenden Mal rückläufig (2016: 2,6 Prozent, 2015: 3,0 Prozent, 2014: 3,2 Prozent). Zwischen 2008 und 2017 betrug die durchschnittliche annualisierte Nettokapitalanlagerendite 3,79 Prozent pro Jahr. Das auf Tiefstwerte abgesunkene Zinsniveaus liess also die Kapitalanlagerendite weiter erodieren. In der Folge senkten die Lebensversicherer den technischen Zinssatz für die Berechnung der Rentendeckungskapitalien auf durchschnittlich 1,34 Prozent. Die Performance unter Einbezug der Wertveränderungen der Kapitalanlagen belief sich 2017 auf 2,5 Prozent, nach 3,3 Prozent im Jahr zuvor, tiefen 1,9 Prozent in 2015 und hohen 8,6 Prozent im Jahr 2014. Diese Schwankungen zeigen, wie stark die Versicherer den Kapitalmarktrisiken ausgesetzt sind.

Leichter Anstieg der Schadenquote und Betriebskosten

2017 war die Schadenbelastung gleich gross wie 2016. Mit leicht tieferen Prämieneinnahmen erhöhte sich die Schadenquote gegenüber dem Vorjahr von 56 auf 58 Prozent. Die ausgewiesenen Betriebskosten pro Kopf sind im Vergleich zum Vorjahr um zwei Prozent gestiegen, dies, nachdem sie zuvor während neun hintereinander folgenden Jahren gesunken waren. Lagen die Pro-Kopf-Kosten 2007 noch bei 462 Franken, so beliefen sich diese 2017 auf 320 Franken.

Ziel der Aufsicht ist der nachhaltige Schutz der Versicherten

Die Aufsicht der FINMA ist darauf ausgerichtet, die Sicherheit und gesetzeskonforme Verwendung der Gelder zu gewährleisten, die den Lebensversicherern im Bereich der beruflichen Vorsorge anvertraut sind. Die garantierten Versicherungsverpflichtungen sind einerseits umfassend mit Vermögenswerten im separaten gebundenen Vermögen gedeckt. Dabei gelten strenge Anlagevorschriften zur Qualität der Werte, zur Risikostreuung, zu den zulässigen Anlagekategorien sowie zu Risikomanagement und Bewirtschaftung. Andererseits muss jeder Lebensversicherer über ausreichende, vorsichtig berechnete versicherungstechnische Rückstellungen verfügen, um jederzeit den Versicherungsverpflichtungen nachkommen zu können. Ziel ist, den nachhaltigen Schutz der Versicherten sicher zu stellen. Und nicht zuletzt hat der Lebensversicherer Eigenkapital zur Gewährleistung einer hohen Sicherheit der Ansprüche der Versicherten zu halten. Dieses wird wie für alle anderen Versicherungssparten mit dem Schweizer Solvenztest SST bestimmt.

Bericht über die Transparenz in der Betriebsrechnung 2017

Zuletzt geändert: 07.09.2018 Grösse: 0,84  MB
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Betriebsrechnung berufliche Vorsorge 2017

Offenlegung gegenüber den versicherten Vorsorgeeinrichtungen

Zuletzt geändert: 07.09.2018 Grösse: 3,62  MB
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