Schweizerische Finanzmarktinfrastrukturen

Zu den schweizerischen Finanzmarktinfrastrukturen zählen Börsen und andere Handelsplätze, zentrale Gegenparteien, Zentralverwahrer und Zahlungssysteme. Finanzmarktinfrastrukturen benötigen zur Aufnahme ihrer Geschäftstätigkeit eine Bewilligung der FINMA. 

Die Gesetzlichen Grundlagen für die Bewilligung von Finanzmarktinfrastrukturen finden sich hauptsächlich im Finanzmarktinfrastrukturgesetz (FinfraG) sowie den zugehörigen Verordnungen.

Handelsplätze 

Wer in der Schweiz eine Börse oder ein multilaterales Handelssystem betreiben will, braucht nach Art. 4 FinfraG eine Bewilligung der FINMA. Als Börsen gelten Einrichtungen zum multilateralen Handel von Effekten, an denen Effekten kotiert werden und die den gleichzeitigen Austausch von Angeboten unter mehreren Teilnehmern sowie den Vertragsabschluss nach nichtdiskretionären Regeln bezwecken (Art. 26 Bst. b FinfraG). Multilaterale Handelssysteme (Art. 26 Bst. c FinfraG) unterscheiden sich von den Börsen dadurch, dass sie die gehandelten Effekten nicht kotieren. 


Effekten sind vereinheitlichte und zum massenweisen Handel geeignete Wertpapiere, Wertrechte, Derivate und Bucheffekten (Art. 2 Bst. b FinfraG).

Selbstregulierung

Bei Handelsplätzen kommt die Selbstregulierung (Art. 27 FinfraG) zum Tragen. Börsen und multilaterale Handelssysteme haben im Rahmen der gesetzlichen Vorgaben eine eigene, ihrer Tätigkeit angemessene unabhängige Regulierungs- und Überwachungsorganisation zu gewährleisten. Die unabhängigen Handelsüberwachungsstellen übernehmen bei bewilligten Börsen und multilateralen Handelssysteme weitgehende Regulierungs- und Überwachungsfunktionen .Sie erlassen zu diesem Zweck Reglemente, die sie der FINMA zur Genehmigung unterbreiten. 

Zentrale Gegenparteien

Eine zentrale Gegenpartei (Central Counterparty, CCP) tritt an bestimmten Märkten als Vertragspartei zwischen Verkäufer und Käufer und wird damit juristischer Vertragspartner Vertrages sowohl des Käufers als auch des Verkäufers. Im börslichen Handel mit Aktien ist dieses Verfahren international verbreitet.


Damit eine CCP Geschäfte in beide Richtungen ordnungsgemäss abwickeln kann, veranlasst sie alle Handelsteilnehmer, Sicherheiten in Form von Effekten und Geld zu hinterlegen.

Zentralverwahrer

An Handelsplätzen gehandelte Effekten lagern physisch bei einem autorisierten Zentralverwahrer (Central Securities Depository, CSD). Nach einer Wertpapiertransaktion übereignet dieser die Effekte durch entsprechende Buchungsaufträge vom Verkäufer an den Käufer.


In der Funktion als Verwahrer und Abwickler muss der CSD Gewähr dafür leisten, dass die Anzahl der bei ihm verwahrten Effekten stets mit den an seine Kunden erfolgten Depotgutschriften übereinstimmt. Zudem stellt er sicher, dass Transaktionen wie Zins- und Dividendenzahlungen oder Kapitalerhöhungen zentral durchgeführt werden können.

Transaktionsregister

Transaktionsregister sammeln und verwalten Daten zu Transaktionen mit Derivaten. Sie fördern damit die Transparenz auf dem Derivatemarkt.

Zahlungssysteme

Als Zahlungssysteme gelten Einrichtungen, die Zahlungsverpflichtungen abrechnen und abwickeln. Sie übernehmen damit unter anderem die Abwicklung der Geldseite einer Transaktion mit einem Finanzinstrument. Ein Zahlungssystem benötigt nur dann eine Bewilligung der FINMA, wenn die Funktionsfähigkeit des Finanzmarktes oder der Schutz der Finanzmarktteilnehmerinnen und -teilnehmer es erfordern und das Zahlungssystem nicht durch eine Bank betrieben wird (Art. 4 Abs. 2 FinfraG).

Wegleitung

Für Gesuche betreffend die Bewilligung als Handelsplatz

Zuletzt geändert: 16.06.2016 Grösse: 0,26  MB
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B2 – Erklärung über qualifizierte Beteiligungen

Zuletzt geändert: 10.03.2015 Grösse: 0,98  MB
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B3 – Erklärung über weitere Mandate

Zuletzt geändert: 10.03.2015 Grösse: 1,28  MB
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