Bewilligungsvoraussetzungen für Wertpapierhäuser

Um eine Bewilligung der FINMA zu erlangen, müssen Wertpapierhäuser eine Reihe von Voraussetzungen erfüllen.
Als Wertpapierhaus gilt gemäss Art. 41 FINIG, wer gewerbsmässig in eigenem Namen für Rechnung der Kunden Effekten handelt (Kundenhändler), für eigene Rechnung kurzfristig mit Effekten handelt, hauptsächlich auf dem Finanzmarkt tätig ist und dadurch die Funktionsfähigkeit des Finanzmarkts gefährden könnte, oder als Mitglied eines Handelsplatzes tätig ist (Eigenhändler) oder für eigene Rechnung kurzfristig Effekten handelt und öffentlich dauernd oder auf Anfrage Kurse für einzelne Effekten stellt (Market Maker). Gemäss Art. 12 FINIG besteht auch eine Bewilligungspflicht für Personen, welche gewerbsmässig Effekten, die von Drittpersonen ausgegeben werden, übernehmen und auf dem Primärmarkt öffentlich anbieten (Emissionshäuser) oder für Personen, welche gewerbsmässig Derivate in Form von Effekten schaffen und auf dem Primärmarkt öffentlich anbieten (Derivathäuser). Zudem muss zwischen kontoführenden und nicht-kontoführenden Wertpapierhäusern unterschieden werden.

Wertpapierhäuser benötigen zur Aufnahme der Geschäftstätigkeit eine Bewilligung und werden von der FINMA prudenziell überwacht.
FAQ: Oberleitung von Banken und Effektenhändlern

Zuletzt geändert: 28.08.2012 Grösse: 0,72  MB
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Bewilligungsvoraussetzungen

Damit die Bewilligung als Wertpapierhaus erteilt werden kann, muss der Gesuchsteller sämtliche Bewilligungsvoraussetzungen zweifelsfrei erfüllen oder erfüllen können. Die wichtigsten sind:

  • Vollständig einbezahltes Mindestkapital von mindestens 1,5 Millionen Schweizer Franken;

  • Businessplan, der aufzeigt, dass die Eigenmittel- und Risikoverteilungsvorschriften gemäss Art. 63 FINIV dauerhaft eingehalten werden können;

  • Gewähr für eine einwandfreie Geschäftstätigkeit der Inhaber von qualifizierten Beteiligungen und der Mitglieder der leitenden Organe (Oberleitung und Geschäftsführung);

  • Genaue sachliche und geografische Umschreibung des Geschäftsbereichs in den Statuten, im Gesellschaftsvertrag oder in den Reglementen (Art von Effekten, Handel an welchen Märkten und für welche Art von Kunden; Geschäftsbereich hat den finanziellen Möglichkeiten und der Verwaltungsorganisation des Wertpapierhauses zu entsprechen);

  • Leitung des Unternehmens von der Schweiz aus;

  • Wirksames internes Kontrollsystem und von der Geschäftsleitung unabhängige interne Revision;

  • Angemessene Erfassung, Begrenzung und Überwachung, namentlich der Markt-, Kredit-, Ausfall-, Abwicklungs-, Image- respektive Reputationsrisiken sowie der operationellen und rechtlichen Risiken;

  • Das interne Kontrollsystem ist wirksam und die interne Revision von der Geschäftsführung unabhängig;

  • Bestellung einer anerkannten Prüfgesellschaft für das Bewilligungsverfahren;

  • Bestellung einer anerkannten aufsichtsrechtlichen Prüfgesellschaft für die laufende Aufsicht;

  • Bei ausländischer Beherrschung des Gesuchstellers muss das Gegenrecht durch die Sitzstaaten der Inhaber von qualifizierten Beteiligungen gewährleistet sein;

  • Ist das Wertpapierhaus Teil einer Finanzgruppe: Angemessene konsolidierte Aufsicht durch eine anerkannte Aufsichtsbehörde.

Dauer des Verfahrens

Das Verfahren für eine Bewilligung als Wertpapierhaus verläuft im stetigen Austausch mit den Gesuchstellern. Die Bearbeitungsdauer ist von der Qualität und Komplexität des Gesuchs sowie der aktuellen Arbeitslast abhängig. Bei Gesuchen mit Auslandbezug ist zudem die Reaktionszeit der relevanten ausländischen Aufsichtsbehörden zu berücksichtigen.

Kontakt für Fragen zu den Bewilligungsverfahren

Abteilung Bewilligungen des Geschäftsbereich Banken (authorization@finma.ch)

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