
In erster Linie sind die beaufsichtigten Institute selbst für gute Führung und adäquates Risikomanagement verantwortlich. Wer die Regeln einhält, bzw. ein gut aufgebautes und geführtes Risikoabwehrdispositiv hat, ist weniger im Fokus einer intensiven Aufsicht.
Die FINMA beaufsichtigt diejenigen Finanzanbieter am intensivsten, deren Grösse und Komplexität das grösste Risikopotenzial für den Finanzplatz und dessen Kundinnen und Kunden birgt. Bei grossen Banken und Versicherungen nimmt sie verstärkt Kontrollen mit direkten Kontakten zum Verwaltungsrat, zur Geschäftsleitung und weiteren wichtigen Organisationseinheiten vor.
Bei den grossen Beaufsichtigten kontrolliert die FINMA die Anforderungen in Bezug auf Kapital, Liquidität, Risikomanagement, Compliance und Vorhandensein unabhängiger Kontrollinstanzen zumeist in Vor-Ort-Kontrollen. Ebenso prüft sie die weitergehenden Erwartungen an die Sicherstellung der operationellen Resilienz sowie die klimabezogenen Finanzrisiken und deren Einfluss auf Geschäftsstrategie, Geschäftsmodell und Finanzplanung.
Die Aufsicht über kleinere Institute mit geringerem Risiko erfolgt hingegen überwiegend datenbasiert, mit einer weniger umfangreichen Berichterstattungspflicht und absolut wie auch relativ weniger Vor-Ort-Kontrollen. Nur bei Anzeichen von erhöhten Risiken wird die Aufsicht bei diesen Instituten intensiviert.
Kleine, gut geführte und stabile Institute – beispielsweise die 56 Institute, die am Kleinbankenregime teilnehmen – profitieren zudem von regulatorischen Entlastungen und im Vergleich zu grossen Instituten weniger direkten Kontrollen.
Die FINMA sorgt mit Ihrer Aufsicht dafür, dass Regeln eingehalten werden. Hierzu stützt sie sich beispielsweise vermehrt auf eigene Vor-Ort-Kontrollen (VOK) ab, deren Anzahl sie in den letzten Jahren stetig ausgebaut hat. Dabei ist sie proportional vorgegangen, wie die nachfolgenden Grafiken und Tabellen zeigen.
So nahm zunächst die Anzahl VOK über den Zeitraum 2013 bis 2025 zu. In absoluten Zahlen erfuhren Kategorie 1- und Kategorie 3-Banken am meisten VOK.

Quelle: Eigene Berechnungen
Schaut man sich die Anzahl VOK relativ zur Anzahl der Institute in den jeweiligen Kategorien an, so zeigt sich, dass Banken der Aufsichtskategorie 1 überproportional mehr VOK erfahren als jene der Kategorien 2 und 3. Die kleinsten Institute, d. h. Institute der Aufsichtskategorien 4 und 5, wurden verhältnismässig am wenigsten besucht. In anderen Worten: Eine UBS hat über 40 Vor-Ort-Kontrollen pro Jahr, während eine kleine Bank im Schnitt nur alle 8-10 Jahre einer Vor-Ort-Kontrolle unterzogen wird.

Quelle: Eigene Berechnungen
Aber nicht nur die Grösse eines Instituts ist wichtig, sondern auch dessen potenzielles Risiko. Dieses wird innerhalb der FINMA mit einem Risiko-Rating von hoch/mittel/tief zum Ausdruck gebracht. Ein Vergleich des Verhältnisses der vorgenommenen VOK bei tief bewerteten Banken gegenüber mittel und hoch bewerteten Instituten zeigt in der nachfolgenden Grafik, dass in den letzten 13 Jahren deutlich mehr VOKs bei den schlechter bewerteten Banken vorgenommen wurden. Der Faktor in der Grafik zeigt das Verhältnis der VOKs bei Instituten mit Risikorating mittel/hoch im Vergleich zu denjenigen mit Risikorating tief. Im Jahr 2025 betrug der Faktor 12, d.h. es wurden 12-mal mehr VOKs bei Instituten mit Risikorating mittel/hoch als bei Instituten mit Risikorating tief vorgenommen. Dieser risikobasierte Ansatz in der Aufsicht wurde über die letzten Jahre verstärkt.

Quelle: Eigene Berechnungen
Ähnliche Resultate erhält man bei der Untersuchung der Institute im Versicherungs- und im Asset Management Bereich.
Die FINMA setzt auch das Enforcement als sichtbares Durchsetzungsmittel zur Ahndung von Verstössen gegen das Aufsichtsrecht und zur Wiederherstellung des ordnungsgemässen Zustands, verhältnismässig ein.
Diese Verfahren der FINMA können sich gegen Bewilligungsträgerinnen und -träger und deren Mitarbeitende, gegen unerlaubt tätige Finanzdienstleister sowie gegen sämtliche Teilnehmerinnen und Teilnehmer am schweizerischen Finanzmarkt richten. 2025 hat die FINMA einen historischen Höchstwert von 55 Enforcementverfahren abgeschlossen.
Quelle: Eigene Berechnungen
In den letzten zehn Jahren hat die FINMA verhältnismässig, gemessen am Durchschnitt, klar mehr Enforcementverfahren gegen grössere Institute geführt als gegen kleinere.

Quelle: Eigene Berechnungen