Unrealistisch hohe Renditeversprechen

Viele Anlagevorschläge klingen seriös und glaubwürdig, sind es aber nicht. Renditeversprechen in der Höhe von fünf, sechs oder wie im Beispiel der Starcash AG von zwölf bis 40 Prozent sollten in Zeiten historisch tiefer Zinsen misstrauisch machen.

Die FINMA mahnt zur Vorsicht vor Finanzdienstleistern, die unrealistisch hohe Renditen oder Zinserträge versprechen. Oft werden in einer ersten Phase zwar schöne Renditen ausbezahlt, doch meist nur für kurze Zeit.

Die Starcash AG

Das Zuger Unternehmen bot laut Handelsregister Wirtschafts- und Marktforschung sowie Unternehmens- und Finanzberatung an. Es lockte Anleger mit Renditeversprechen zwischen zwölf und 40 Prozent- und wollte deren Geld in nicht näher beschriebene «Projekte» investieren. Geblendet von den sagenhaften Renditeversprechen legten fast 300 Kunden gestützt auf «Kapitalanlageverträge» insgesamt rund 50 Millionen Schweizer Franken bei der Starcash AG an. Im ersten Jahr wurden die versprochenen Renditen tatsächlich ausbezahlt. Danach endeten die Auszahlungen.

Das Eingreifen der FINMA

Die Staatsanwaltschaft Zug schaltete die FINMA ein. Aufgrund des erhärteten Verdachts, dass das Unternehmen ohne Bewilligung Publikumseinlagen entgegennimmt, setzte die FINMA bei der Starcash AG einen Untersuchungsbeauftragten ein. Rasch war offensichtlich: Die Starcash AG hatte die Gelder der Anleger zweckentfremdet und hauptsächlich zur Finanzierung des exorbitant hohen Lebensstandards des Alleinaktionärs und seiner Lebenspartnerin veruntreut.

Die FINMA liquidierte die Starcash AG und verbot den verantwortlichen Personen, künftig Publikumsanlagen entgegenzunehmen oder dafür zu werben. Das Verbot wurde auf der Webseite der FINMA publiziert.

Der Betrugsmechanismus

Die Starcash AG wandte in ihrem betrügerischen Handeln den Ponzi-Trick an, eine spezielle Art von Schneeballsystem. Charles Ponzi hatte in den 1920er-Jahren innerhalb von 45 Tagen rund 40'000 Kunden mit Renditeversprechen von 50 Prozent angelockt. Wollte der Kunde seinen Gewinn haben, zahlte Ponzi. Viele vertrauensselige und renditeversessene Kunden jedoch forderten ihre Gewinne nicht ein, sondern reinvestierten sie. Dies ermöglichte es Charles Ponzi, sein Lügengebäude über einige Monate aufrecht zu erhalten und selber ein hohes Vermögen anzuhäufen. 

Die Folgen für die Anleger

Nicht alle haben so viel Glück im Unglück wie die betrogenen Kunden der Starcash AG. In diesem Fall kamen bei der Liquidation des Unternehmens teure Autos, eine Villa samt Jacht am Zugersee und mehrere Ferienhäuser im In- und Ausland zum Vorschein. Die FINMA konnte diese Luxusobjekte verkaufen und den Anlegern einen bemerkenswert hohen Prozentsatz ihres Geldes zurückgeben.