Einlegerschutz bei Banken und Effektenhändlern

Bei Banken und Effektenhändlern, die von der FINMA bewilligt worden sind, besteht im Konkursverfahren ein erhöhter Schutz von Einlagen bis zum Maximalbetrag von 100'000 Schweizer Franken. Mit einem dreistufigen System soll sichergestellt werden, dass die Einleger keinen Verlust erleiden.

Soweit das im Konkurs befindliche Institut über hinreichend liquide Mittel verfügt, werden die Einlagen bei in- und ausländischen Geschäftsstellen bis zum Maximalbetrag von 100'000 Schweizer Franken pro Kunde (privilegierte Einlagen) sofort und ausserhalb des ordentlichen Kollokationsverfahrens ausbezahlt.

Einlagensicherung für gesicherte Einlagen

Wenn die privilegierten Einlagen nicht vollständig aus den verfügbaren liquiden Mitteln ausbezahlt werden können, kommt für diejenigen privilegierten Einlagen, welche bei schweizerischen Geschäftsstellen hinterlegt sind (gesicherte Einlagen), ergänzend die Einlagensicherung zum Tragen. Diese soll garantieren, dass die privilegierten Einlagen im Sinne einer Bevorschussung möglichst rasch ausbezahlt werden.

Konkursprivileg

Als zusätzlicher Schutz werden Einlagen bis zur Höhe von maximal 100'000 Schweizer Franken pro Kunde im Konkurs einer Bank oder eines Effektenhändlers bevorzugt behandelt. Ihre Einlagen fallen in die zweite Konkursklasse und werden damit vor den Forderungen der Drittklassgläubiger befriedigt. Dieses Privileg gilt für sämtliche Einlagen, insbesondere auch für Einlagen, die Kunden bei ausländischen Geschäftsstellen der Bank oder des Effektenhändlers getätigt haben.

Bankstiftungen und Freizügigkeitsstiftungen

Einlagen bei Bank- und Freizügigkeitsstiftungen sind zusätzlich zu den übrigen Bankeinlagen bis zu einem Höchstbetrag von 100'000 Schweizer Franken im Konkurs privilegiert. Sie fallen allerdings nicht unter die umgehende Auszahlung aus den verfügbaren liquiden Mitteln und sind nicht von der Einlagensicherung für die gesicherten Einlagen erfasst.

Nicht privilegierte Einlagen

Einlagen, die nicht unter die privilegierten Einlagen fallen, zum Beispiel derjenige Teil der Einlagen, der 100'000 Schweizer Franken pro Kunde überschreitet, sind nicht besonders geschützt und werden soweit möglich im Rahmen des Konkursverfahrens als Konkursdividende ausbezahlt.

Depotwerte sind keine Einlagen

Im Gegensatz zu Einlagen stehen Depotwerte, beispielsweise Aktien und Fondsanteile, im Eigentum der Kunden. Sie werden im Konkursverfahren von Gesetzes wegen vollständig aus der Konkursmasse abgesondert und ausgehändigt.

Faktenblatt: Schutz der Bankeinlagen

In der Schweiz werden die Einlagen von Bankkunden durch das System der Einlagensicherung und durch die bevorzugte Behandlung im Konkursfall geschützt.

Zuletzt geändert: 14.11.2018 Grösse: 0,12  MB
Zur Merkliste hinzufügen