2019-01

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Partei A (Mitglied der Geschäftsleitung der Bank X)
Bereich Bewilligte
Thema Verletzung von geldwäschereirechtlichen Pflichten, Berufsverbot/Tätigkeitsverbot, Einziehung
Zusammenfassung

Über Konten bei der Bank X wurden über einen langen Zeitraum hinweg Gelder in beträchtlichen Summen transferiert, welche mit deutlichen Korruptions- bzw. Geldwäschereirisiken behaftet waren. Trotz erheblicher Warnzeichen wurden zahlreiche Transaktionen in diesem Zusammenhang ausgeführt und keine Meldung an die Behörden erstattet. Obwohl A als CEO und oberster Entscheidträger direkt in die Transaktionen involviert war und Kenntnis über die Verdachtsmomente hatte, intervenierte er nicht dagegen, sondern setzte sich vielmehr für deren reibungslose Abwicklung ein. A war zudem auch die treibende Kraft dafür, dass die Bank X in Kooperation mit einem Kunden zahlreiche Transaktionen über ihr Nostrokonto abwickelte. Da die Bank X aber den ökonomischen Hintergrund dieser Transaktionen nicht ausreichend verstand, ging sie damit erhebliche, reputationelle und finanzielle Risiken ein. Darüber hinaus begab sich A auch in einen erheblichen Interessenkonflikt mit Bezug auf den betroffenen Kunden. Die FINMA kam daher insgesamt zum Schluss, dass A massgeblich verantwortlich war, dass die Bank X in wiederholten Fällen und über Jahre in schwerwiegender Weise gegen ihre bankengesetzliche Organisations- und Risikomanagementpflicht (Art. 3 Abs. 2 Bst. a und Art. 3f Abs. 2 BankG) sowie ihre Sorgfaltspflichten zum Schutz vor Geldwäscherei (Art. 3 ff. GwG) verstossen hat. Als CEO und Gewährsträger der Bank X hat A damit auch die aufsichtsrechtlichen Anforderungen an die Gewähr für eine einwandfreie Geschäftstätigkeit (Art. 3 Abs. 2 Bst. c und Art. 3f Abs. 1 BankG) schwer verletzt.


Massnahmen

Berufsverbot für die Dauer von 5 Jahren (Art. 33 FINMAG), Einziehung in der Höhe von rund CHF 613'000.- (Art. 35 FINMAG)

Rechtskraft

nicht rechtskräftig; Beschwerdeverfahren BVGer B-1576/2019

Kommunikation -
Entscheiddatum 15.02.2019
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