Sustainable Finance bei der FINMA

Das Thema Nachhaltigkeit stellt eine bedeutende Herausforderung für den Finanzmarkt dar. Deshalb beschäftigt sich auch die FINMA als Aufsichtsbehörde aktiv mit dem Thema. Entsprechend ihrem Mandat liegt der Fokus der FINMA auf den damit verbundenen potenziellen Finanzrisiken und Fragen des Kundenschutzes.

Nachhaltigkeit in all ihren Dimensionen ist eine bedeutende Herausforderung für den Finanzmarkt. Die FINMA verpflichtet sich in ihren strategischen Zielen 2021 – 2024, einen Beitrag zur nachhaltigen Entwicklung des Schweizer Finanzplatzes zu leisten. Der Fokus der FINMA richtet sich gemäss ihrem Mandat primär auf die finanziellen Nachhaltigkeitsrisiken für Finanzinstitute und das Finanzsystem. Klimabezogene Finanzrisiken sind derzeit die messbarsten und bedeutendsten finanziellen Risiken im Zusammenhang mit Nachhaltigkeit und stehen entsprechend im Vordergrund. Zum Schutz von Anlegerinnen und Anlegern beschäftigt sich die FINMA auch mit der "Greenwashing"-Problematik im Vertrieb von Finanzprodukten und -dienstleistungen. Eine aktive Förderung von nachhaltigen Anlagen bzw. von Investitionen in nachhaltige Anlagen gehört nicht zum Auftrag der FINMA.

Im Einklang mit ihren strategischen Zielen und ihrem gesetzlichen Auftrag verfolgt die FINMA mittelfristig vier Stossrichtungen:

  • Integration von Klimarisiken in die Aufsichtspraxis

    Ursprung von Klimarisiken für Banken, Asset Manager oder Versicherer sind in der Regel physische Risiken des Klimawandels oder klimabezogene Transitionsrisiken, etwa aufgrund von eingreifenden Massnahmen der Klimapolitik (Risiken aus dem Klimawandel). Solche Risiken müssen von den Finanzinstituten im Rahmen des Risikomanagements erfasst und bewirtschaftet werden. Die FINMA überwacht und fördert dies im Rahmen ihrer risikoorientierten Aufsichtstätigkeit. Sie baut ihre Aufsichtstätigkeit in diesem Bereich auf und entwickelt ihre entsprechenden Aufsichtsinstrumente stetig weiter.
  • Transparenz über Klimarisiken

    Weiter sorgt die FINMA bei den klimabezogenen Finanzrisiken für mehr Transparenz, indem sie die einheitliche Offenlegung dieser Risiken durch bedeutende Finanzinstitute regelt und die Umsetzung und Einhaltung dieser Vorgaben überwacht. Sie hat deshalb Ende Mai 2021 die Offenlegungsanforderungen an bedeutende Finanzinstitute im Bereich der klimabezogenen Finanzrisiken konkretisiert.
  • Bekämpfung von "Greenwashing"

    Aus der Perspektive des Kundenschutzes befasst sich die FINMA auch mit den Risiken beim Erbringen von Finanzdienstleistungen sowie beim Vertrieb von Finanzprodukten mit Nachhaltigkeitsbezug. Kunden dürfen nicht mit unhaltbaren oder irreführenden Versprechungen über nachhaltige Eigenschaften – etwa von Anlageprodukten – getäuscht werden.
  • Weitere potentielle Nachhaltigkeitsrisiken

    Über die klimabezogenen Finanzrisiken hinaus befasst sich die FINMA generell mit den verschiedenen Dimensionen der Nachhaltigkeit und achtet in diesem Zusammenhang auf potenzielle, neu auftretende oder zunehmende finanzielle Risiken.
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