Klimarisiken

Für Finanzinstitute können die Auswirkungen des Klimawandels längerfristig bedeutende finanzielle Risiken bergen. Transparenz bezüglich klimabezogener Finanzrisiken bei Beaufsichtigten ist ein erster wichtiger Schritt hin zu einer sinnvollen Identifizierung, Messung und Steuerung dieser Risiken. Die FINMA hat im Bereich der Offenlegung von klimabezogenen Finanzrisiken einen regulatorischen Handlungsbedarf auf Stufe ihrer Regulierung ausgemacht und im Berichtsjahr die bestehenden Offenlegungsregeln für grosse Finanzmarktakteure entsprechend konkretisiert. Eine vollständigere und einheitlichere Offenlegung der eigenen klimabezogenen Finanzrisiken durch die grossen Finanzmarktakteure bewirkt eine verbesserte Transparenz und Marktdisziplin und fördert über die Zeit auch die Vergleichbarkeit.

 

Ziel ist eine proportionale und prinzipienbasierte Ausgestaltung dieser Offenlegung. Institute der Kategorie 1 und 2 im Banken- und Versicherungsbereich sollen ihre klimabezogenen Finanzrisiken in Ergänzung zu den bisher offengelegten Finanzrisiken transparent machen. Der Regulierungsansatz orientiert sich inhaltlich an den international breit anerkannten Empfehlungen der Task Force on Climate-related Financial Disclosures (TCFD). Bereits heute haben sich verschiedene Banken und Versicherungen der Kategorien 1 und 2 verpflichtet, ihre klimabezogenen Finanzrisiken in Übereinstimmung mit den Grundsätzen der TCFD offenzulegen.

 

Zu den Vorschlägen für eine neue Offenlegungspraxis führte die FINMA eine Vorkonsultation durch. Sie lud deshalb im Sommer 2020 Vertreterinnen und Vertreter der Banken-, Versicherungs- und Vermögensverwaltungsbranche, verschiedener Nichtregierungsorganisationen, der Wissenschaft und der Behörden zu einer Regulierungsaussprache ein. Dabei handelt es sich um ein Format des Verwaltungsrats. Das Regulierungskonzept der FINMA stiess in der Aussprache auf breite Zustimmung.

 

Nach der Ämterkonsultation wurde im November 2020 die Anhörung eröffnet.


Die revidierten Offenlegungsrundschreiben wurden bis Ende Mai 2021 verabschiedet und in Kraft gesetzt.

Jahresbericht 2020

Zuletzt geändert: 25.03.2021 Grösse: 2,34  MB
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