Green Finance

Überlegungen zur Nachhaltigkeit im Finanzmarkt («Sustainable Finance») haben in den letzten Jahren stark an Bedeutung gewonnen. Darunter fallen eine breite Palette von Umwelt-, sozialen und Governance-Themen. Bei «Green Finance» steht der Umgang der Wirtschaft mit dem Klimawandel im Vordergrund.

Klimarisiken stellen für Finanzinstitute in verschiedener Hinsicht eine Herausforderung dar. Der Klimawandel bewirkt zunächst physische Risiken, wenn beispielsweise klimabedingte Naturkatastrophen und deren Folgekosten zunehmen. Schadensummen von Versicherern könnten entsprechend ansteigen. Finanzinstitute können auch durch eingreifende Massnahmen der Klimapolitik tangiert werden. Änderungen bei politischen Vorgaben können rasche Preisanpassungen von Vermögenswerten auslösen oder die Kreditwürdigkeit von Unternehmen schwächen. Gleichzeitig bietet der Prozess der Transition zu einer nachhaltigeren Wirtschaft auch verschiedene Chancen für die Finanzwirtschaft. Die FINMA befasst sich aktiv mit den potenziellen klimabezogenen finanziellen Risiken für den Finanzmarkt. Diese wirken sich trotz gewissen Besonderheiten über die traditionellen Risikokategorien wie Kredit-, Markt oder operationelle Risiken aus. Es obliegt primär den Finanzinstituten selbst, potenzielle Klimarisiken zu minimieren und dafür, wenn nötig, ihre Instrumente und Prozesse weiterzuentwickeln. Gleichzeitig analysiert die FINMA, wo erhöhte klimabezogene Finanzrisiken bei Schweizer Beaufsichtigten liegen könnten, und thematisiert dies auch mit besonders exponierten Instituten.

Im Rahmen ihres Mandats nimmt die FINMA auch aktiv teil an nationalen und internationalen Diskussionen für mehr Nachhaltigkeit im Finanzmarkt. Im April 2019 ist sie dem Network for Greening the Financial System (NGFS) beigetreten – einem Netzwerk von Zentralbanken und Aufsichtsbehörden, die sich für eine Berücksichtigung von Umwelt- und Klimarisiken im Finanzsektor einsetzen.

(Aus dem Jahresbericht 2019)

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