Direkt unterstellte Finanzintermediäre

Im Jahr 2018 hat das Parlament das Finanzinstitutsgesetz (FINIG) verabschiedet und gleichzeitig das Geldwäschereigesetz (GwG) angepasst. Der Status des direkt unterstellten Finanzintermediärs (DUFI) wird mit dem Inkrafttreten des FINIG aufgehoben. Vermögensverwalter, Trustees sowie Handelsprüfer nach Edelmetallkontrollgesetz (EMKG) müssen sich dann einer Aufsichtsorganisation (AO) anschliessen. Die übrigen berufsmässig tätigen Finanzintermediäre nach GwG werden verpflichtet, sich einer Selbstregulierungsorganisation (SRO) anzuschliessen.

Die Verabschiedung des FINIG und die damit zusammenhängenden Anpassungen des GwG führen zu einer grundlegenden Änderung in der Aufsicht über die heutigen direkt unterstellten Finanzintermediäre nach Art. 2 Abs. 3 GwG (DUFI). Der DUFI-Status und die Aufsichtstätigkeit der FINMA über die DUFI wird mit Inkrafttreten des FINIG wegfallen. Das FINIG wird voraussichtlich am 1. Januar 2020 in Kraft treten.

 

Die Vermögensverwalter, die Trustees sowie die Handelsprüfer werden neu als Finanzintermediäre nach Art. 2 Abs. 2 Bst. abis  nGwG gelten und sich bei gewerbsmässiger Tätigkeit einer von der FINMA bewilligten AO anschliessen müssen. Die Einhaltung der Sorgfaltspflichten nach GwG wird ein Teil der Überwachungstätigkeit der AO darstellen.

 

Die übrigen Finanzintermediäre nach Art. 2 Abs. 3 nGwG können sich nicht mehr direkt der FINMA unterstellen. Diese Finanzinstitute werden bei berufsmässiger Tätigkeit neu verpflichtet sein, sich einer anerkannten SRO anzuschliessen. Die SRO übernimmt die GwG-Aufsicht.

 

Mit Ausnahme der Vermögensverwalter und Trustees hat sich an der Definition von Finanzintermediären nach Art. 2 Abs. 3 GwG nichts geändert. Als Finanzintermediäre nach Art. 2 Abs. 3 nGwG werden nach wie vor Personen gelten, die berufsmässig fremde Vermögenswerte annehmen oder aufbewahren oder helfen, diese anzulegen oder zu übertragen. Auch wird das angepasste GwG immer noch exemplarisch diverse Tätigkeiten und Dienstleistungen als unterstellungspflichtige Tätigkeiten bezeichnen. Zur Bestimmung der Unterstellungspflicht im Einzelfall kann die Geldwäschereiverordnung (GwV) sowie das FINMA-Rundschreiben 2011/1 "Tätigkeit als Finanzintermediär nach GwG" konsultiert werden. Die oben beschriebenen Anpassungen der gesetzlichen Grundlagen sind dabei entsprechend zu berücksichtigen.

2011/01 FINMA-Rundschreiben "Tätigkeit als Finanzintermediär nach GwG" (20.10.2010)

Ausführungen zur Geldwäschereiverordnung (GwV)

Zuletzt geändert: 26.10.2016 Grösse: 0,22  MB
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